Konsultation der EZB Working Group zu risikofreien Zinssätzen endet am 15.01.2021

Die Arbeitsgruppe für risikofreie Euro-Zinssätze hat Ende November 2020 zwei öffentliche Konsultationen zum Thema Fallback-Zinssätze für den EURIBOR veröffentlicht. Fallback-Raten sind Raten, auf die im Falle einer Nichtverfügbarkeit der (vereinbarten) Hauptrate zurückgegriffen werden kann. In einer Konsultation werden die Stakeholder gebeten, ihre Ansichten zu den Fallback-Raten auf der Grundlage der Euro-Short Term Rate (€ STR) und der Spread-Anpassungsmethoden darzulegen, um die am besten geeigneten EURIBOR-Fallback-Maßnahmen pro Anlageklasse zu ermitteln. In der anderen Konsultation werden die Interessengruppen gebeten, ihre Ansichten zu potenziellen Ereignissen zu äußern, die solche Fallback-Maßnahmen auslösen könnten.

In Bezug auf die €-basierten Fallback-Raten berücksichtigte die Arbeitsgruppe zwei Arten von Raten:

  1. Zukunftsgerichtete Zinssätze, die auf den Derivatemärkten basieren und sich auf die € STR beziehen und die Markterwartungen hinsichtlich der Entwicklung der € STR widerspiegeln. Diese Zinssätze sind zu Beginn des Zinszeitraums bekannt.
  2. Rückwärtsgerichtete Kurse, die auf einfachen mathematischen Berechnungen des Werts vergangener realisierter täglicher Fixierungen der € STR über einen bestimmten Zeitraum basieren. Diese Zinssätze sind bekannt und am Ende des Zinszeitraums verfügbar.

Eine endgültige Empfehlung der Arbeitsgruppe zu risikofreien Euro-Zinssätzen zu beiden Themen unter Berücksichtigung der Ansichten der Interessengruppen in dieser öffentlichen Konsultation wird voraussichtlich im Laufe des ersten Quartals 2021 veröffentlicht.