EBA veröffentlicht NPL Templates

Um den „secondary market“ zu beleben, hat die EZB die EBA beauftragt, Muster bzw. Standards zu entwickeln, um die unterschiedliche Informationslage zwischen Verkäufern und Käufern von NPL aufzuheben. Mit den jetzt veröffentlichten Mustern will die EBA die Detailgenauigkeit, Qualität und Vergleichbarkeit der Daten verbessern und dabei die Transparenz und Marktsicherheit erhöhen. Dabei lag der Fokus auf der verbesserten Standardisierung der NPL Daten. Diese Daten sollen zum einen den indikativen Blick auf das NPL Portfolio ermöglichen, aber auch später als Basis für die Financial Due Diligence und Bewertung dienen. Die so generierten vergleichbaren und standardisierten Daten von NPL sollen den Investoren und anderen Stakeholdern bei der NPL Bewertung, auch bezüglich der Sicherheiten, Vertragspartner und Kreditspezifika helfen. Mit den Mustern sollen die Investorenbasis verbreitert, die Eintrittsbarriere in den Prozess verringert, die Datenqualität erhöht, die Kaufpreisfindung erleichtert und damit die Transaktionshäufigkeit erhöht werden.

Es gibt zwei Arten von Mustern, nämlich die EBA NPL Screening und die EBA NPL Transactions Muster. Screening bezieht sich dabei auf den indikativen Beurteilungsprozess und Transactions auf die Financial Due Diligence und Bewertung.

Das Transactions Muster soll auf einer Einzelforderungsebene alle Informationen vorhalten, um den möglichen Bietern eine detaillierte Analyse des NPL Portfolios zu ermöglichen. Das Muster soll – auf Basis von Asset Klassen – aus den vier Teilbereichen bestehen:

Instruktionen – erläutern den Gebrauch des Musters

Datenlexikon – erklärt alle Datenfelder und Definitionen

Daten – mit dem aktuellen Datenbestand des Portfolios

Bewertungsregeln – geben Hinweise zur Bewertung bestimmter Datenfelder

Folgende Muster wurden hinterlegt:

  • Cover Note
  • Transaction instructions
  • Transaction data dictionary
  • Transaction CRE example
  • Transaction validation rules
  • Screening

Diese Muster stellen keine aufsichtsrechtliche Anforderung dar.

Mehr Details erhalten Sie unter https://www.eba.europa.eu/risk-analysis-and-data/eba-work-on-npls

 

DKS Award 2017

Prämierung der besten Thesen zum deutschen Kreditmarkt, zu Kreditmarkttransaktionen oder der Standardisierung von Kreditmarkttransaktionen

Ziel des DKS Awards ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung durch die Unterstützung von vorrangig empirischen Erhebungen über das nationale und internationale Kreditgeschäft und über Kreditmarkttransaktionen sowie über die bei diesen Verträgen üblichen bzw. verwendeten Vertragsklauseln und durchgeführten Prozessen. Ganz besonders im Fokus steht dabei die Durchsetzung von allgemein anerkannten Vertragsmustern, insbesondere für Kreditmarkttransaktionen nach deutschem Recht.

  1. Bewerbung

Eingesandt werden können alle herausragenden Bachelor- und Master-Thesen, die sich mit den Themen

  • Deutscher und/oder internationaler Kreditmarkt
  • Kreditmarkttransaktionen oder deren Standardisierung
  • Schaffung von allgemein anerkannten Standardvertragsklauseln oder Standardprozessen

Die Thesen müssen in dem Zeitraum vom 1.1.2017 bis 31.12.2017 an einer deutschen Hochschule eingereicht worden sein.

Die Thesen können sowohl in deutschen, wie englischer Sprache verfasst sein.

Einsendeschluss ist der 15. Januar 2018

Die These sowie die Bewertung des Betreuers und ein kurzer einseitiger CV sind zu senden an:

joerg.keibel@kreditmarkt-standards.de

  1. Awards

Master These: 1. Preis € 750,00, 2. Preis € 500,00, 3. Preis € 250,00

Bachelor These: 1. Preis € 750,00, 2. Preis € 500,00, 3. Preis € 250,00

Die vergebenen Preise werden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie überreicht.

Veranstaltungsort: Frankfurt

Zeitpunkt: ca. April/Mai 2018

  1. Jury

Die Jury besteht aus hochqualifizierten Wissenschaftlern und Praktikern, die dem Beirat der DKS angehören sowie den Vorstandsmitgliedern der DKS Prof. Dr. Christoph Schalast, Jens-Georg Nawrath und Dr. Jörg Keibel

DLA Piper nimmt zu der Konsultation der EU Kommission Stellung

Mit Erklärung vom 24.10.2017 begrüßt DLA Piper die Initiative der EU Kommission zur Entwicklung eines „secondary market“ und listet folgende Punkte auf, die die EU Kommission in der zukünftigen Beratung berücksichtigen sollte:

  • The need to address the factors contributing to the bid-ask gap for NPLs, such as treatment of provisioning and write offs by banks leading to high ask prices, and high costs and a need for high returns which can result in low offer prices from investors
  • Ways in which access to loan information for investors may be improved, such as considering changes to data protection rules to allow for information to be shared more easily (while still providing sufficient protection for debtors) and measures, such as standardising due diligence information, to encourage originating lenders to collect and store relevant loan information in an easily accessible form from the outset
  • Procedural and regulatory improvements to support the trading and resolution of NPLs
  • Other solutions to the NPL problem and ways in which they might be encouraged in appropriate circumstances, including the use of joint ventures, securitisation structures, bad banks and common platforms for resolving NPLs (such as those which are being used in Portugal and Italy)

The consultation also considers the introduction of a European-wide security instrument which could allow for out-of-court enforcement of security. While seeking ways in which lenders can achieve a quicker exit from NPLs, in a manner which is consistent across EU Member States, is a worthy goal, there appear to be some challenges to achieving this through the proposed security instrument. It may be difficult to agree the form of such an instrument due to legal, constitutional and cultural differences across Member States. In addition, even if such an instrument were introduced, there could be issues with low levels of lender take up in jurisdictions where lenders consider court involvement in enforcement to provide a level of protection from claims from borrowers that the enforcement process has been improper or that the enforcement proceeds achieved are too low.

Workshop der DKS am 29.11.2017 in Frankfurt

Zeit: 29.11.2017, von 15.00-18.00 Uhr

Ort: Dentons, Thurn-und-Taxis-Platz 6, Frankfurt

Teilnehmer: alle DKS Interessierten (um Anmeldung wird gebeten)

 

Programm (Moderation: J. Keibel):

  1. Allgemeines
  • EU Kommission und EBA Secondary Market und NPL Struktur / Guidelines – Timur Peters, Debitos
  1. PK Ausschuss (J. Keibel)
  • WIKR/FAREG: Kreditwürdigkeitsprüfung nach neuer VO, mehreren Kreditnehmer – Johann Becher, UniCredit HVB
  1. FK Ausschuss (M. Danielewsky, DLA Piper)
  • Stillhaltevereinbarung (Status)
  • Limitation Language
  • Bearbeitungsgebühren / Arrangement Fee
  • Restrukturierungsvereinbarung (Anforderungen an die leichtere Übertragbarkeit der zugrundeliegenden Darlehensschuld)
  1. IF Ausschuss (S. Grieser, ReedSmith)
  • Datenraumstruktur
  1. DKS Award
  2. (mögliche) DKS Konferenz
  3. Aktuelle Themen und Diskussion

EBA wählt KPMG für die Entwicklung eines NPL Daten-Standards aus

Im September 2017 hat die EBA -im Auftrag der EU Kommission – ein Projekt gestartet, um die Datenanforderungen für den Verkauf von Non Performing Loans zu standardisieren. Dieses Standards (Templates) sollen dann von den EU Banken für NPL Transaktionen genutzt werden. Diese Standards sollen dann Banken, Investoren und deren Berater in die Lage versetzen, strukturierter und vor allem schneller NPL Verkäufe vorzubereiten und durchzuführen. Als Ergebnis erhofft man sich, den Secondary Market für NPL Verkäufe in der EU zu beleben, so EU Kommission Vizepräsident Valdis Dombrovkis.

Die EBA hat jetzt KPMG auserwählt, dieses Projekt durchzuführen. Zuständig bei KPMG ist die Portfolio Solution Group (PSG), die bereits intensive NPL Transaktionserfahrung hat. Zielrichtung ist es, ein pan-europäisches Template zu entwickeln, welches für verschiedene Asset Klassen anwendbar ist und von den Banken als “neuer Standard” genutzt werden kann. Dabei sind zwei Bereiche vorgesehen, wobei Überschneidungen zu bereits EU-seitig bestehenden Datenanforderungen vermieden werden sollen:

  • Portfoliostrukturanalyse – diese soll zum einen der verkaufenden Bank einen Überblick über die strategischen Möglichkeiten eines Verkaufs geben, und zum anderen möglichen Investoren einen schnellen Überblick über das Portfolio, um dann ggf. ein Kaufinteresse zu bekunden
  • Datenaufbereitung entsprechend einer Financial Due Diligence – diese soll den Kaufinteressenten in die Lage versetzen, seine Kaufpreisindikation prüfen zu können und ein finales Angebot vorbereiten zu können.

Nächste Schritte / Ausschussthemen

Die Telefonkonferenzen ergaben folgendem Stand:

 

  1. Allgemeines
  • die DKS hat die MItgliederzahl erheblich erhöht und erwartet noch einen weiteren Mitgliederzuwachs
  • der Blog auf der Webseite wurde eingerichtet, wird aber noch nicht angenommen
  • die Ausschreibung eines DKS Awards befindet sich in der Vorbereitung
  • im November 2017 wird voraussichtlich ein DKS Workshop in Frankfurt stattfinden: dort sollen vor allem aktuelle Themen wie die WIKR/ Kreditwürdigkeitsprüfung oder die Limitation Language behandelt werden
  1. Privatkunden
  • Die Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung durch die Banken soll durch eine Rechtsverordnung zur WIKR konkretisiert werden. Diese Verordnung wird vom Finanz- und Verbraucherschutzministerium gemeinsam entwickelt und wird in Kürze erwartet. Kernsatz: es ist die Wahrscheinlichkeit der Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen während der Vertragslaufzeit zu prüfen.
  1. Firmenkunden
  • Der Ausschuss hat sich auf ein Muster einer Stillhaltevereinbarung geeinigt. Es wird in Kürze eine Abstimmung mit allen relevanten Banken stattfinden. Anschließend wird das Muster in Intranet der DKS veröffentlicht, auf das Mitglieder der DKS Zugriff haben.
  1. Immobilienfinanzierung
  • Es gibt den Entwurf einer Datenraumstruktur, der bis Ende Oktober im Ausschuss beraten wird.

 

PK-Ausschuss: WIKR und Kreditwürdigkeitsprüfung

Nachdem sich der Bundestag Ende März 2017 mit der Nachbesserung der WIKR befasst hat, soll die mit der WIKR vorgenommene Umsetzung der EU-Richtlinie in vier Punkten überarbeitet werden:

  • Der Wert der Immobilie wird wieder ein maßgebliches Kriterium der Kreditwürdigkeitsprüfung
  • Bei Umbauten oder Renovierungen soll nur noch geprüft werden, ob die Kreditsumme den Wert der Immobilie übersteigt
  • Die Anschlussfinanzierung kann ohne eine erneute Kreditwürdigkeitsprüfung erfolgen
  • Zur Umsetzung der vorgenannten Punkte erarbeiten das Bundesfinanzministerium und das Bundesverbraucherschutzministerium gemeinsam an einer Rechtsverordnung, die detaillierte Vorgaben zur Kreditwürdigkeitsprüfung machen soll.

Diese wird in Kürze erwartet. Einer der Diskussionspunkte ist bspw., ob bei mehreren Kreditnehmern (z.B. Ehepaar) auf die Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer insgesamt oder auf die Kreditwürdigkeit jedes einzelnen Kreditnehmers abzustellen ist.

Viele Bankengruppen haben bereits Standards zur Umsetzung der WIKR entwickelt. Diese müssen nun angepasst werden. Sinnvoll wäre es, einen einzigen Marktstandard zu entwickeln.

PK-Ausschuss: Vorfälligkeitsentschädigung im Rahmen der WIKR

Mittels einer Sonderuntersuchung von 209 Bausparkombinationsfinanzierungen hat sich der Marktwächter Finanzen (früher Verbraucherzentrale Bundesverband) der Höhe von Vorfälligkeitsentschädigungen angenommen. Das Ergebnis war, dass bei 98% der untersuchten Bausparkombinationen die zu zahlende Entschädigung erheblich höher war, als bei vergleichbaren Annuitätendarlehen. Der Marktwächter hat nun den Gesetzgeber aufgefordert, den Verbaucher endlich vor unkontrolliert hohen und bis heute nicht eindeutig transparenten Kosten bei der Vorfälligkeitsentschädigung zu schützen. Dieses wird nun im Rahmen einer Anpassung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie erwartet. Sinnvoll wäre hier sicher eine Standardisierung herbeizuführen.

AUSSCHUSS IMMOBILIENFINANZIERUNG – MUSTER DATENRAUMSTRUKTUR

In dem Ausschuss wird aktuell das Muster einer Datenraumstruktur entwickelt. Interessierte lassen bitte ihre Anmerkungen bis zum 31.10.2017 Herrn Grieser zukommen: sgrieser@reedsmith.com

 

ENTWURF

 

  1. Kreditinformationen

 

  1. Allgemeine Informationen

 

  1. Auskünfte aus Datenbanken

 

  1. Gesellschaftsrechtliche Informationen (Handelsregisterauszug, Satzung etc.)

 

  1. Statusinformationen Kreditnehmer / Drittsicherheitengeber

 

  1. Kreditvertragsinformationen

 

  1. Kreditvertrag

 

  1. Nachträge

 

  1. Stundungsvereinbarungen

 

  1. Gebührenvereinbarungen

 

  1. Intercreditorenvereinbarung

 

  1. Syndizierungsvereinbarungen

 

  1. Vereinbarungen zwischen Syndikatsmitgliedern

 

  1. Sicherheiten

 

  1. Sicherheitenverträge

 

  1. Rechtsgutachten

 

  1. Objektinformationen (Grundbuchauszüge, Wertgutachten etc.)

 

  1. Versicherungen betreffend des Objektes

 

  1. Sonstiges

 

  1. Informationen zu Insolvenz -und sonstigen Verfahren

 

  1. Rechtsstreitigkeiten

 

FIRMENKUNDEN AUSSCHUSS – MUSTER STILLHALTEVEREINBARUNG

Inhalt

PRÄAMBEL. 3

  1. Definitionen und Interpretation. 4
  2. Fälligkeit; Schuldanerkenntnis. 4
  3. Stillhalten; Zinsen; Kündigung. 4
  4. Sicherheiten. 5
  5. Bestellung von Sicherheiten. 5
  6. Wirksamkeitsvoraussetzungen. 5
  7. Garantien; Verpflichtungen. 6
  8. Saldenausgleich. 8
  9. Informationspflichten. 9
  10. Einzureichende Unterlagen. 9
  11. Kosten und Entschädigung. 10
  12. Offenlegung; Vertraulichkeit 10
  13. Kein Verzicht; Rechtsvorbehalt 10
  14. Schriftform.. 10
  15. Salvatorische Klausel 10
  16. Ausfertigung. 11
  17. Rechtswahl; Gerichtsstand. 11

Seitens des Ausschussvorsitzenden wurde der Entwurf der Stillhaltevereinbarung versandt. Wenn Sie an diesem Entwurf interessiert sind, wenden Sie sich bitte an Herrn Mike Danielewsky mike.danielewsky@dlapiper.com

Die entsprechende Telefonkonferenz findet am 20.09.2017 um 15.30 Uhr statt.

Einwahldaten sind: Tel. 0049-69-22 22 26 33, PIN 21899454#