Hoher Umstellungsaufwand durch die Umstellung von EURIBOR und EONIA auf ESTER – Interims Risk Free Rates

Mit der seit dem 1.1.2018 gültigen Europäischen Benchmark-Verordnung sollte ein Referenzzins entwickelt werden, der belastbar und nachprüfbar ist, sowie möglichst auf konkreten Transaktionsdaten beruht. Da die Umstellung der Referenzzinssätze vor kurzem auf Ende 2021 verschoben worden ist, wird geprüft, ob der EURIBOR in einer Hybridform bis dahin weitergenutzt werden kann. Für die Übergangszeit bieten sich aber jetzt Risk Free Rates (RFR) an. Diese stellen Übernacht-Zinssätze (overnight rates) dar und könnten als EONIA Ersatz und mit Anpassungen auch den EURIBOR Ersatz darstellen. Solche RFR gibt es bereits in anderen Währungsräumen. So setzt die USA bereits auf den SOFR (Secured Overnight Financing Rate). Allerdings hatten sich beim SOFR Ende 2018 erhebliche Schwankungen ergeben, die zu einer Verunsicherung geführt haben. UK wird auf den SONIA (Sterling Overnight Index Average) setzen. Im Gegensatz zu den USA ist dieser ein unbesicherter Satz. Dieses trifft auch auf den in Europa favorisierten ESTER zu. Nicht mehr im Rennen ist dabei offensichtlich die von der zur Deutschen Börse gehörenden STOXX angebotene GC Pooling Deferred Rate, die sich auf besicherte Euro Finanzierungstransaktionen bezieht.

Moniert wird am geplanten ESTER, dass dieser nicht wirklich paneuropäisch aufgebaut ist, da mit ca. 80% nur französische, deutsche, niederländische und belgische Transaktionen einfließen werden.

Die Finanzbranche sieht jedenfalls einen großen Umstellungsaufwand auf sich zukommen und arbeitet bereits an entsprechenden Lösungen.

Regionalkonferenz am 4. April 2019 in Hamburg mit Schwerpunkt aktuelle Themen der Hypothekenbanken

Kreditsicherheiten, Limitation Language, Sicherheiten bei Konsortialverträgen, Mezzanine Finanzierungen, VDP Klauseln,

Digitalisierung der Kreditprozesse und Legal Tech sind die Themen, die die  Experten aus Banken und Kanzleien bei dem Workshop vorstellen und diskutieren werden.

Sollten Sie Interesse an der Teilnahme an dieser Veranstaltung haben, wenden Sie sich bitte per Mail an joerg.keibel@kreditmarkt-standards.de

Workshop 21. März 2019 in Frankfurt mit Schwerpunkt Restrukturierung und Sanierung

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2018 den finalen Text für eine Richtlinie über präventive Restrukturierungsrahmen, über Entschuldung und Berufsverbote und über Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz von Restrukturierungs-, Insolvenz- und Entschuldungsverfahren (Directive of the European Parliament and of the Council on preventive restructuring frameworks, second chance and measures to increase the efficiency of restructuring, insolvency and discharge procedures) vorgelegt. Der Workshop am 21.03.2019 wird sich schwerpunktmäßig mit der Grundstruktur der Richtlinie und den zu erwartenden Auswirkungen in Deutschland beschäftigen.

Darüberhinaus geht es um die Entwicklung einer Standard Cash Pool Vereinbarung mit besonderer Berücksichtigung insolvenzrechtlicher Themen. Fortgesetzt wird die Ausarbeitung des Musters einer Überbrückungskreditvereinbarung.

Experten aus Banken und Kanzleien werden die Themen vorstellen und diskutieren.

Sollten Sie Interesse an der Teilnahme an dieser Veranstaltung haben, wenden Sie sich bitte per Mail an joerg.keibel@kreditmarkt-standards.de

Telefonkonferenz Schuldscheindarlehen am 19. März 2019 um 16.00 Uhr

Der Schuldscheinmarkt hat sich im Jahr 2018 sehr dynamisch entwickelt.
Der mit 1 Mrd. € größte Deal wurde von REWE an den Markt gebracht. In
Deutschland lag das Volumen bei ca. 24 Mrd. €, größte Player waren
dabei die LBBW, Helaba, BayernLB, UniCredit, Commerzbank, DZ Bank und HSBC. Dabei werden verstärkt auch digitale Schuldscheinplattformen genutzt.
Zu nennen sind die Plattformen VC Trade unter Federführung der Helaba
mit den Banken Bayern LB, SEB, HSH Nordbank und der österreichischen
Raiffeisenbank International, die Debtvision der LBBW, die Synd-X der
HSBC sowie die FinTechs Credx und Firstwire.

Genug Anlass für die LMA einen neuen Standard für die Platzierung von Schuldscheindarlehen zu entwickeln. Damit sollen Transaktionen effizienter und deutlich vereinfacht werden. Allerdings hat man sich bewusst nur auf
die Emittenten fokussiert, die ein ausdrückliches oder zumindest
ein implizites Investmentgrade-Rating haben. Für andere Kreditrisiken
ist die Dokumentation aus diversen Gründen nur bedingt geeignet. Der LMA Standard sieht zudem keine Klauseln für Vertragsänderungen vor, über die Investoren mehrheitlich abstimmen können. Auch auf eine Zahlstellenvereinbarung wurde verzichtet.

 
Mögliche Ansatzpunkte für die DKS zur Entwicklung eines deutschen Standards für Schuldscheindarlehen sollen in dem Call besprochen werden:

– Default

– Sanktionsregelungen

– Mehrheitskündigungen

– Vertragsänderungen

– Restrukturierung

– Erfassung der Anteilseigner durch Blockchain.

Wenn Sie an dem Call teilnehmen wollen, melden Sie sich bitte per Mail bei

joerg.keibel@kreditmarkt-standards.de

Umstellung von EURIBOR und EONIA auf ESTER auf Ende 2021 verschoben

Im Zuge der geplanten Europäischen Benchmark-Reform haben das Europäische Parlament und die Mitgliedsstaaten – im Zusammenhang mit der Beschlußfassung über low-carbon benchmarks – nach Information der EU Kommission eine politische Einigung erzielt, die Anbietern von Referenzzinssätzen wie EURIBOR oder EONIA nun noch bis Ende 2021 Zeit gibt, die neuen Anforderungen zu erfüllen. Hintergrund sind die von der Working Group der EZB erhobenen Bedenken bezüglich der bereits für den 1.1.2020 geplanten Ablösung der Referenzzinssätze. Die Banken hätten demnach nicht genug Zeit, sich auf die neuen Referenzsätze einzustellen. Auch müssen sich Banken und auch Nichtbanken auf Vertragsänderungen bzw. Vertragsneuverhandlungen einstellen, wenn Referenzzinssätze in variabel verzinslichen Darlehensverträgen oder abgeschlossenen Zins- und Währungsswap Verträgen vereinbart wurden. Bezüglich der dadurch möglicherweise notwendigen Vertragsänderungen bzw. – anpassungen gibt es bislang keine standardisierte Lösung. Die Zeit soll auch genutzt werden, um zu prüfen, inwieweit Benchmark Anbieter von außerhalb der EU genutzt werden können.

Bis Ende 2021 können die bisherigen Referenzzinssätze weiterverwendet werden und auch in neu abzuschließenden Finanzverträgen verwendet werden.

EBA NPL Guidelines in Kraft getreten seit 01.01.2019 und umzusetzen ab 30.06.2019

Die von der Europäische Bankenaufsicht (EBA) am 31. Oktober 2018 veröffentlichten “Guidelines on management of non-performing and forborne exposures” umfassen mehr als 200 Einzelanforderungen. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Banken in der EU – und damit mehr als 6.000 Institute – angemessene Steuerungsinstrumente für NPE einsetzen und ein gezielter Abbau hoher NPE-Bestände erfolgt.

Die in der EBA Guideline vorgegebenen Einzelanforderungen betreffen sechs unterschiedliche Themenfelder mit den nachfolgend dargestellten, wesentlichen Inhalten:

Nur für Institute mit einer NPL Quote >5%:

  • NPE-Strategie = Implementierung und regelmäßige Überprüfung einer NPE Strategie mit der Festlegung von Zielen zur NPE Reduktion
  • NPL Governance und Ablauforganisation = Festlegung der Operationalisierung der NPE Strategie in Bezug auf Governance, Prozesse und Kontrollen

Für alle Institute:

  • Forbearance = kurz- und langfristige Forbearance Maßnahmen und Überprüfung der Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen
  • NPE Erkennung = konsistente Klassifizierung von NPE Gruppen mit entsprechender Datenbereitstellung
  • NPE Wertminderungen und Abschreibungen = methodische Vorgaben sowie regelmäßiges Backtesting von Wertberichtigungen gegen tatsächliche Kreditverluste
  • Bewertung beweglicher und unbeweglicher Sicherheiten = methodische Anforderungen an die Sicherheitenbewertung, Qualitätssicherung sowie an die Auswahl und Überwachung von Gutachtern.

Mit der aufsichtsrechtlichen Kapitalvorsorge für NPE, dem sogenannten Prudential Backstop, führen Regulator und Aufsicht eine neue Steuerungsgröße ein. Mit dem Prudential Backstop wird eine aufsichtliche Erwartung an die Mindesthöhe der Risikovorsorge für Non-Performing Exposures definiert, die als zusätzliche Kapitalanforderung über die bilanziellen Wertberichtigungen sowie die bislang etablierten aufsichtsrechtlichen Kapitalabzugspositionen hinausgehen kann.

Mit neuen Transparenzregeln soll die Marktdisziplin verbessert werden. Die wesentlichen Neurungen betreffen zum einen die Offenlegung bestimmter Informationen zu notleidenden Krediten und zum anderen, im Rahmen des EBA Datapoint-Models 2.9, die Erweiterung des standardisierten FinRep-Reporting um NPE-Angaben. Die erstmalige Offenlegung der Informationen muss zum 31.März 2020 erfolgen und zwar auf Basis der Daten per 31.12.2019.

Die Anforderungen der EBA NPL Guidelines gehen in vielen Fällen über die derzeit implementierten Prozesse und Verfahren hinaus und erfordern nicht selten auch Anpassungen in Bezug auf Datenverfügbarkeit und IT. Die Umsetzung erfordert daher im ersten Schritt die Durchführung einer Gap-Analyse, um davon ausgehend Anpassungsbedarfe zu ermitteln, Maßnahmen zu priorisieren und diese umzusetzen. Das betrifft vor allem die Kapital- und Geschäftsplanung, als auch die Datenverfügbarkeit in den bisherigen Meldewesendaten. Softwareanpassungen sind dabei nicht ausgeschlossen.

Überbrückungskreditvertrag liegt als Muster vor

Im Rahmen eines DKS Workshops am 30.01.2019 wurde das von den Herren Dr. Andreas Herr und DR. Dietrich Stiller der Kanzlei Schilling, Zutt & Anschütz vorbereitete Muster eines Überbrückungskreditvertrages im Detail vorgestellt. Dieser Entwurf knüpft dabei an die bereits als DKS Muster entwickelte Stillhaltevereinbarung an und teilweise auch an das Muster Restrukturierungsvereinbarung.

Zu dem vorgelegten Entwurf wurden einzelne Vertragsklauseln diskutiert. Die besprochenen Anregungen und Ergänzungen werden nun von den Herren Dr. Herr und Dr. Stiller in den Entwurf eingearbeitet. Als nächster Schritt wird nach entsprechender Übersendung des zweiten Entwurfs im Rahmen einer Telefonkonferenz die Umsetzung der besprochenen Punkte diskutiert werden, bevor dann anschließend im Rahmen eines Workshops die Endfassung festgelegt werden soll.

Bei Interesse an dem bereits vorliegenden Muster oder an einer Mitarbeit bei der weiteren Mustererstellung wenden Sie sich bitte an: joerg.keibel@kreditmarkt-standards.de

Roundtable zur Europäischen Transaktionsplattform für notleidende Kredite am 15.01.2019 in Brüssel

Die Generaldirektion für Finanzstabilität und Kapitalmärkte (DG FISMA), Vorsitzender der Versammlung war Peter Grasmann, hatte am 15. Januar 2019 zu einem Roundtable nach Brüssel eingeladen. Unter den ca. 80 Teilnehmern waren die bereits existierenden und europaweit tätigen Plattformen Debitos und DebtX ebenso vertreten, wie die nationalen Abbaubanken NAMA, SAREB und EAA, sowie NPL Investoren, wie BlackRock, Deutsche Bank London, Hoist Finance, Intrum und PRA Group. Ebenfalls anwesend waren eine Vielzahl von Vertretern Europäischer Banken. Von der deutschen Verbandsseite waren die Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing e.V. und die DKS vertreten.

Die Diskussion ergab, dass die Etablierung einer solchen Europäischen Transaktionsplattform von einer Vielzahl von Themen begleitet wird, die nicht einfach zu lösen sein werden. Schon die Frage, wer künftig die Federführung einer solchen Plattform übernehmen sollte, entfachte eine längere Diskussion.  Die beim Roundtable vertretenen Europäischen Institutionen Europäische Kommission, EZB und EBA sahen sich jedenfalls nicht in der Rolle, für die Transaktionsplattform Verantwortung zu übernehmen. Man wolle nur die notwendigen Schritte zur Etablierung einer solchen Plattform initiieren. Der Industriestandard für eine solche Plattform müsse aber von der Industrie selbst geschaffen werden. Die DG FISMA wird nun das Ergebnis des Roundtable auswerten und sich zu gegebener Zeit zu den weiteren Schritten melden.

Umstellung von EONIA auf ESTER am 01.01.2020

Die von der EZB für den 01.01.2020 geplante Ablösung der bisherigen Benchmarksätze EONIA und EURIBOR (und anderer IBOR’s Interbank Offered Rates) hat Bedenken bei der Working Group der EZB ausgelöst. In der Working Group sind 21 (stimmberechtigte) Europäische Banken zusammengefasst. Mit Deutschlandbezug dabei sind u.a. Bayerische Landesbank, Deutsche Bank, DZ Bank, ING, KfW und LBBW.

Kurz vor Weihnachten 2018 wurde von der Working Group ein Aufruf an alle Marktteilnehmer gestartet, ihre Meinung zu der geplanten Umstellung (term structure technology) und dem dahinterstehenden Zeitplan (transition path) mitzuteilen. Frist zur Stellungnahme ist der 01.02.2019 um 17.00 Uhr.

Unklar bleibt weiterhin, wie die Verträge mit entsprechenden Zinsregelungen angepasst werden sollen.

Europäische Transaktionsplattform für notleidende Kredite geplant

Bereits im Aktionsplan vom Juli 2017 hatten die Mitgliedstaaten der Europäischen Zentralbank, der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde und der Europäischen Kommission den Auftrag erteilt, die Einrichtung einer Europäischen Plattform für NPL-Transaktionen in Betracht zu ziehen, um liquide und effiziente Sekundärmärkte für notleidende Kredite in Europa zu schaffen.

Dadurch soll ein elektronischer Marktplatz geschaffen werden, auf dem die Inhaber (Verkäufer) notleidender Kredite sich mit interessierten Anlegern (Käufern) austauschen und Handel betreiben können. Mit der entstehenden Transparenz soll die Informationsasymmetrie zwischen Verkäufern und Käufern aufgelöst werden. Zudem sollen die teilweise hohen Transaktionskosten reduziert werden. Mit der Plattform soll den Anlegern der Zugang zu den Europäischen NPL-Märkten länderübergreifend erleichtert werden und die Banken können so ihre Bilanzen schneller bereinigen. Mit der Zunahme der Verkäufe werden zudem höhere Verkaufspreise erwartet. Zielrichtung ist es, einen dauerhaften Kanal einzurichten, der eine effiziente Veräußerung künftiger Kredite ermöglicht, die notleidend werden. Grundlegend sollen die Banken aber in Infrastruktur investieren, die das Auflaufen hoher NPL-Bestände künftig verhindern soll.

Die Generaldirektion für Finanzstabilität und Kapitalmärkte (DG FISMA) ist seitens der Europäischen Kommission für die Ausarbeitung eines Vorschlages zuständig und hat für den 15. Januar 2019 zu einem Roundtable nach Brüssel eingeladen, bei dem auch die DKS vertreten sein wird.

Für mehr Details kontaktieren Sie: joerg.keibel@kreditmarkt-standards.de